Shopping – Spielstand 0:0

Da steh ich nun in diesem Geschäft und komme mir vor wie ein Zuschauer bei einem Tennisspiel. Mein Blick geht links rechts, links rechts, links rechts… Ich blicke keinem 57 Gramm schweren gelben Filzball nach, der zwischen der Mädchen- und Jungenabteilung hin und her geprescht wird. Nein! Ich vergleiche fassungslos das Angebot an Mädchen- gegenüber Jungenklamotten. Die Abteilung für das kleine weibliche Geschlecht erstreckt sich über zwei Wände sowie diverse Einzelstände, die Abteilung für das kleine männliche Geschlecht umfasst exakt zwei Einzelständer.

Ich begebe mich also in diese unfassbar gigantische Abteilung für Jungenklamotten der Größe 56-92 und wäre am liebsten heulend zusammengebrochen. Für Jungen hat die Modewelt genau zwei Farben parat – grau und blau. Und damit es dann doch nicht ganz so trist und monoton wird, bekommt das blaue T-Shirt noch einen roten Bagger mit Gesicht in die Mitte genäht. Wo gibt es denn bitte rote Bagger? Ich seh immer nur gelbe Bagger. Noch überlegend, ob ich schon jemals einen roten Bagger gesehen habe, umrunde ich einen der zwei Kleiderständer für Jungenbekleidung und bin zum ersten Mal froh, dass dieses Jahr die Fußball-WM stattfindet. T-Shirts mit Fußbällen! Und sie sind im Grundton nicht einmal grau oder blau sondern weiß –  der Designer hat Mut bewiesen! Hut ab! T-Shirt gekauft! Hämisch blicke ich dann zur Mädchenabteilung und denke mir 1:0 für die Jungenmama – also mich – Mädchen dürfen nämlich klamottentechnisch bei der Fußball-WM  nicht teilnehmen. Kein einziges Kleidungsstück passend zur WM.

In der Sockenabteilung fällt das 2:0 für die Jungenmama. Denn nur die Socken für die kleinen Männer gibt es im Aussehen von kleinen Sneakern. Mädchen müssen Socken mit Blümchen und Rüschen tragen.

Auf dem Weg zur Kasse dreh ich mich noch einmal zur Babyabteilung um und bezüglich der Auswahl fällt dann doch noch kurz vor dem Kassensturz das 2:1. Und wo ich so an der Kasse warte und die Auswahl der Mädchenbekleidung betrachte, denke ich mir, dass Mädchen nach der Auffassung von Designern wohl nur Leggings und T-Shirts in rosa oder weiß mit lachenden Katzen tragen dürfen. Nachdem ich gezahlt habe und das Geschäft verlassen habe, komme ich zu dem Schluss, dass der ganze Einkauf wohl doch unentschieden ausgeht – Endpfiff – Spielstand 0:0.

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