Instinkt – lasst die Köpfe rollen

„Pass auf den Blumentopf auf. Der kann runterfallen“ Man sollte also auf einen Blumentopf aufpassen, der seit gefühlt 100 Jahren auf der gleichen Stelle auf dem Fensterbrett steht und sich noch nie einen Millimeter von alleine gerührt hat. Und warum hatte auf einmal jemand Angst um dem Blumentopf? Ich schätze die Angst rührte daher, dass sich die Orchidee in dem Blumentopf denken könnte: „Jetzt lass ich einfach meine Wurzeln innerhalb einer Sekunde 1 cm wachsen, dann kann ich mithilfe des Wachstumsschubs vom Fensterbrett hüpfen und Pupsbohne in den Schoß fallen“. Diese Vorstellung fand ich irgendwie amüsant und ich glaube auch Pupsbohne hätte herzlich gelacht, wenn auf einmal eine freundlich blickende Orchidee auf ihm gelandet wäre. Aber wie bei so vielem im Leben hatte sich auch die Angst um den Blumentopf als unbegründet herauskristallisiert, denn die Orchidee blüht noch immer an der gleichen Stelle.
Genauso wie Pupsbohne auch noch seinen Kopf auf dem Hals trägt. Ich will gar nicht wissen, wie oft meinem Mann und mir mitgeteilt wurde, wir sollen doch auf den Kopf des Kindes aufpassen. Es wurden nicht einmal mehr ganze Sätze formuliert sondern nur noch in einem ängstlichen oder schrillen Ton „Der Kopf!“ gerufen. Ich hatte so das Gefühl, dass uns kein Vertrauen entgegen gebracht wurde – das Vertrauen sich um das eigene Kind richtig zu kümmern. In der Ethologie gibt es Verhaltensweisen, die augenscheinlich nicht erlernt werden sondern angeboren sein müssen, sogenannte Instinkthandlungen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es so etwas wie einen Elterninstinkt gibt. Den Instinkt das Kind richtig zu halten. Also ich persönlich habe ja noch nie einen fürsorglichen Elternteil gesehen, der sein Kind so hielt, dass der Kopf des Säuglings hin und her baumelte wie von einem Spielzeugclown, der aus einer Box hüpft. Aber gut! Man kann es den Eltern ja nicht oft genug mitteilen, nicht das auf einmal der Kopf abfällt und einsam und verlassen in der Wohnung auf und ab rollt so ähnlich wie „Eiskaltes Händchen“ bei „The Addams Family„.
Heute ist Pupsbohne fast 4 Monate alt, er hat noch keine Bekanntschaft mit selbstmordgefährdeten Topfpflanzen auf dem Fensterbrett gemacht und er kann sogar schon seinen Kopf alleine halten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s